Mit ‘Autorenvorstellung’ getaggte Beiträge

AscheDieses Buch ist kein Thriller oder Krimi. Allerdings lässt es tief in menschliche Abgründe blicken. Da mir der Stil des Autors Sven Heuchert ausnehmend gut gefällt, vielleicht habt ihr ja auch meine Rezension zu seinem Hörbuch „Punchdrunk“ gelesen, würde ich ihn mit meinem Fragebogen gerne vorstellen. Zunächst aber meine Rezension zu „Asche“. Kleiner Auszug: „Manchmal denke ich noch an den Mann ohne Beine, aber dann ist es, als sei es gar nicht wirklich passiert. Als sei das etwas, das mir jemand anders erzählt hat, und das ich dann jemand anderem erzähle. Es ist seltsam, aber so ist es.“ 14 Storys in knapper, verdichteter Sprache über Verlierer und Desillusionierte, über Träumer und Vergessene. Und über Wunden, die sich nicht mehr schließen wollen. Meine Meinung: Harter Stoff, ich kann es nicht anders sagen. Der Autor sagte selbst, es sei „Männerliteratur“. Das stimmt. Als Frau sollte man ein gesundes Selbstwertgefühl haben, wenn man einige dieser Storys liest, denn Frauen kommen hier nicht wirklich gut weg. Sie werden ausgenutzt und benutzt. Auch misshandelt. Manchmal ist dies schwer zu ertragen. Doch leider sind diese Dinge ja Realität und man sollte seine Augen nicht davor verschließen. Was mich an diesen Geschichten absolut beeindruckt hat? Es ist die Offenheit und Direktheit, mit der Sven Heuchert erzählt. Brutal, hart und kompromisslos. Alles könnte sich genau so abgespielt haben. Manchmal eine sehr erschreckende Vorstellung. Der Autor ist ein auf jeden Fall ein guter Beobachter. Und er kennt sich mit Abgründen aus, da bin ich mir ziemlich sicher. Fazit: Erstklassig geschriebene Storys, die im Kopf des Lesers bleiben. Absolut lesenswert! 5 Sterne Produktinformation

  • Taschenbuch: 158 Seiten
  • Verlag: Bernstein-Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. April 2015)

Kauflink Taschenbuch direkt beim Bernstein-Verlag: klick

. Sven Heuchert   Name? Sven Heuchert Familienstand? ledig Kinder? keine Geburtsdatum bzw. Geburtsjahr? 1977 Größe? Beim letzten Mal 179cm, aber es kann natürlich sein, dass ich schon schrumpfe. Beruf? Interessiert das wirklich jemanden? Deine Werke? Aktuell: „Asche.“ Deine Homepage? klick Warum schreibst du gerade in diesem Genre? Ich denke, die Sujets und Themen kommen zum Autoren, nicht umgedreht. Man sucht sich also nichts aus, die Geschichten sind schon immer vorhanden, sie sind in einem und wollen erzählt werden. Manche finden den Kanal, andere nicht. Was hat dir dein Vater und was hat dir deine Mutter mitgegeben? Vater: Ein gesundes Misstrauen in die gesamte Menschheit. Mutter: Loyalität zu den richtigen Leuten. Du wirst zum Essen eingeladen. Was magst du gar nicht? Bereits alkoholisierte Gastgeber, die mich mit ihren intimen Streitereien belästigen, bzw. mich zu einer Stellungnahme nötigen möchten. Ansonsten bin ich pflegeleicht und esse alles. 3 Dinge, die zu einem perfekten Tag dazu gehören? 1.) Eine neue Szene, die in meinem Kopf entspringt, eine Idee, eine Inspiration. Oder ein guter Satz. 2.) Guter Kaffee, keinen Starbucks-Mist. 3.) Sex. Dein Lieblingsurlaubsland und warum? Bis jetzt: Kalifornien. Entspannter Menschenschlag, großartige Natur, tolle Strände und Nachtleben. Welcher Film bringt dich zum Lachen und welcher zum Weinen? Lachen: „Harold & Maude“. Weinen: Ich muss mir oft auf die Lippen beißen. Letztes Mal bei „Ein Winter in Michigan.“ Deine Lieblingseissorte? Cookies and Cream. Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen und warum? Ich könnte an dieser Stelle sicher viele Bücher „empfehlen“, (obwohl ich ja mehr für das Prinzip des Entdeckens bin) aber aktuell haben mich gleich zwei Bücher sehr bewegt, die ich hier jetzt jedem nahelegen möchte (ganz ohne Zwang): „Der Glanzrappe“ von Robert Olmstead und „Butchers Crossing“ von John Williams. Beides sind Bücher, die von existenziellen Dinge erzählen, von Tod, Liebe, Angst, Verlust, Überleben. Beides sind, jedes auf seine Weise, stilistische Meisterwerke. Und intensive Leseerlebnisse; einzelne Figuren und Szenen verfolgen mich immer noch, und werden das wohl auch immer tun. Das ist für mich ein Indikator für große Literatur. Von welchem Buch sollte man die Finger lassen und warum? Ich zerreiße keine Kollegen. Ich versuche, nur über die Sachen zu sprechen, die ich persönlich mag, die mir etwas bedeuten. Alles andere ist gehässig und vergeudete Energie. Welchen interessanten Menschen würdest du gerne mal zum Essen einladen und welches Thema würdest du dann mit ihm besprechen wollen? Es gibt so viele interessante Menschen, ich fürchte, ich müsste ein Barbecue schmeißen! Man fragt deinen besten Freund/deine beste Freundin, wie er/sie dich mit drei Begriffen beschreiben würde. Welche wären das? Verknappt: Kann, wenn er denn will. Dein Lieblingswitz? Ich bin ein furchtbar schlechter Rezitator von Witzen, deswegen lasse ich das jetzt bleiben. Ich habe aber einen Sketch von Lenny Bruce im Kopf, wo es um das Schnüffeln von Klebstoffen geht. Lebensmotto? Ich warte auf den nächsten Glückskeks. Was sollte auf deinem Grabstein stehen? „I tried.“ Was treibt dich auf die Palme? Selbstüberschätzung, Arroganz, Ungerechtigkeit.


Gewinnspiel:

Der Autor Sven Heuchert stellt euch ein ganz besonderes Paket zur Verfügung: Ein Exemplar der Anthologie „Asche“, Limitierte Erstausgabe. Asche Das Hörbuch „Punchdrunk„, gelesen von Helmut Krauss. OLYMPUS DIGITAL CAMERA Die CD „Demoliendo Hoteles“ von „STOLEX„, einer Kölner Band, deren Mitglied Sven Heuchert ist. Stolex   In der Autorenvorstellung findet ihr den Link zur Webseite des Autors. Am 24.04.2015 hat Sven Heuchert dort eine Kurzgeschichte veröffentlicht. Zu dieser Geschichte stelle ich euch die Gewinnfrage. Bitte beantwortet mir diese Frage per eMail an: „mail@krimiundco.de“. Einsendeschluss ist der 15.05.2015, 18:00h. Jede bis dahin eingegangene richtige Antwort landet im Lostopf. Der Gewinner wird dann schnellstmöglich per eMail benachrichtigt. Gewinnspielfrage: „Unter welchem Namen trat der Bruder der Hauptfigur letztmalig in Erscheinung?“

Sven Heuchert und ich wünschen euch viel Glück!

Gewonnen hat: Petra L. aus Offenbach! Herzlichen Glückwunsch!

Überraschung!

Mitte Juli erreichte mich ein roter Umschlag. Absender: Elke Pistor. Enthalten war ein liebes Anschreiben und ein absolut origineller USB-Stick. Den möchte ich euch gerne zeigen:

Pistor 2

Pistor 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Stick befand sich, außer ihrem neuen Buch „Vergessen“,  ein Autoreninterview. Auch das möchte ich euch nicht vorenthalten:

 Portrait: Elke Pistor

„Erschießen ist mir zu unpraktisch …“

Das wandhohe Bücherregal biegt sich unter dem gesammelten Kriminal- und Psychologiewissen.
Mittendrin lauert eine handgroße Spielzeugvogelspinne auf Opfer. Eine antike Schreibmaschine
versprüht einen bodenständigen Charme. Gelbe Notizzettel pflastern vereinzelt die
Schreibtischablage – immer bereit, akute Geistesblitze festzuhalten. Es herrscht eine energiegeladene
Atmosphäre. Fast so, als hätte jemand seine geballte Kreativität in diesem Zimmer ausgekippt und
neu sortiert. Irgendwie stimmt das sogar. Denn dies ist das Arbeitszimmer, in dem die Krimiautorin
Elke Pistor (47) ihre Gedanken zu neuen Geschichten reifen lässt. Ihr wichtigstes Instrument: eine
graue Moderations-Pinnwand, an der sie ihren Plot mittels farbiger Notizen strukturiert. Wer hier
auf Spurensuche geht, entdeckt u.a. Handbücher zum Thema Demenz und eine unechte ausgestopfte
Eule, die über ihren Schreibtisch wacht – alles kleine Hinweise auf die Handlung von „Vergessen“,
ihren neuen Kriminalroman, der im August 2014 im Ullsteinverlag erscheint.

Von Schweden zum Krimi

Wenn Elke Pistor an ihrem Kölner Schreibtisch sitzt und Fachbücher für den nächsten Fall ihrer
Gemünder Kommissarin Ina Weinz wälzt, reist sie in Gedanken oft in ihre Heimat, die Eifel. Wie
ihre erste Figur wird sie in Gemünd geboren und verbringt ihre gesamte Jugend dort. In ihren Ina
Weinz-Krimis setzt sie dieser Zeit ein Denkmal. Dabei ist anfangs gar nicht sicher, ob sie überhaupt
zum Schreiben finden wird. Ihre Eltern wünschten sich für sie eine Zukunft als Finanzbeamtin. Sie
selbst will Schauspielerin oder Anwältin werden, studiert schließlich Pädagogik und
Betriebspsychologie. Trotzdem hört sie nicht auf zu experimentieren, versucht sich auch als Malerin:
„Ich war immer auf der Suche nach einer künstlerischen Ausdrucksform, die mir liegt“, erinnert sich
die 47-jährige mit der markanten roten Brille. Ein erstes Mosaikteil entdeckt sie 2007, an ihrem 40.
Geburtstag. Sie möchte nach der beruflichen Pause, die sie für ihre beiden Kinder eingelegt hat,
etwas Neues anfangen. Vielleicht Schwedisch lernen, die Muttersprache ihres Mannes. Doch der
Kurs der VHS liegt am anderen Ende der Stadt. So entscheidet sie sich lieber für das Seminar
„Kreatives Schreiben“ in der Nähe. Eine gute Wahl. Das Schreiben gefällt ihr, das Feedback der
Teilnehmer ist positiv – Elke Pistor leckt Blut.

Buchpremiere auf der Criminale

Von Haus aus ein wahrer „Fortbildungsjunkie“, investiert sie all ihre Energie in ihre neue Passion,
schreibt sich erst an der VHS, später an der Bundesakademie in Wolfenbüttel ein. Das Ziel:
möglichst viel Schreibhandwerk und -erfahrung sammeln. Über ein Internetforum tauscht sie sich
mit anderen über ihre Texte aus, lernt, Kritik an ihren Geschichten nicht auf ihre Person zu beziehen
– eine wichtige Lektion, wie sie selbst sagt. Am Ende zahlt sich ihre Arbeit aus. Auf Anregung ihrer
Schreiblehrerin an der VHS, sendet sie ihre Kurzgeschichte „Für den Wind und die Vögel“ bei einem Wettbewerb ein – und gewinnt. Es ist ihre erste Veröffentlichung, die 2009 in der Anthologie „Mortus in Colonia“ erscheint. Vom ersten Erfolg beflügelt, besucht Elke Pistor einen Kurs bei den Autoren Sandra Lüpkes und Jürgen Kehrer. Von ihnen erfährt sie, dass die nächste Criminale in ihrem Geburtsort Gemünd stattfindet. Sie nutzt ihre Chance, setzt sich daheim an den Schreibtisch und erdenkt ihren ersten Eifelkrimi. Mit knapp 100 fertigen Seiten im Gepäck klopft sie bei verschiedenen Verlagen an. Nur ein Jahr später feiert „Gemünder Blut“ (Emons), auf der Criminale 2010 Premiere.

Über den Ursprung von „Mordsideen“

In den nächsten fünf Jahren schreibt Elke Pistor sieben Bücher. Sie arbeitet sich für ihre Krimis unter anderem in die Geschichte des Kölner Doms, Kräuterkunde und den Beruf des Tierpräparators ein. Doch woher nimmt sie ihre vielen Einfälle? „Bisher konnte ich mich immer auf meinen Inspirationsmoment verlassen“, sie lächelt verschwörerisch. Er wird zum Beispiel durch eine Autofahrt, ein Gespräch oder einen Blick in die Zeitung ausgelöst. Der Einfall zu „Vergessen“, in dem sie das Thema Demenz behandelt, kommt über einen befreundeten Psychiater und Neurologen zu ihr. „Er hat mir von einer ungewöhnlichen Erkrankung erzählt: der Frontallappendemenz, die sich vor allem auf das Gewissen und die Moral auswirkt, den Menschen völlig enthemmt. In diese Richtung habe ich weiter recherchiert.“ Ist die Idee erst einmal da, plant sie ihre Morde akribisch. Die Opfer werden erschlagen, springen aus dem Fenster oder ertrinken und verheddern sich in Schiffsschrauben. „Einfach erschießen ist mir zu unpraktisch. Das würde ich nie machen. Es ist laut und die Kugeln lassen sich in der Ballistik zurückverfolgen“, überlegt die Autorin. Dabei wäre es für sie vermutlich einfach, einen Mord mit Waffe zu beschreiben. Wie sie ein Luftgewehr benutzt, lernte sie einst von ihrem Großvater.

Organische Figuren – „alle meine Freundinnen“

Besonders viel Zeit investiert Elke Pistor in die Entwicklung ihrer Hauptfiguren. Sie stattet sie mit Familienproblemen aus, überlegt sich kleine Macken, gibt ihnen eine Motivation: „Jede Figur braucht ein Ziel, erst dann wird sie organisch.“ Bisher hat sie viele starke Frauen entworfen, darunter Katharina Rübchen und Judith Bleuler. Die Eifelkommissarin Ina Weinz steht ihr am Nächsten. Sie ist für sie sogar zu einer guten Freundin geworden. Wohl, weil sie die Erste war, die sie lebendig werden ließ. Mit ihrer „Neuen“, der Kriminalkommissarin Verena Irlenbusch, die in „Vergessen“ ihren ersten Fall gemeinsam mit dem Kollegen Christoph Todt lösen wird, steht sie noch am Anfang des Kennenlernens: „Sie fasziniert mich. Sie ist smart und cool in ihrem beruflichen Auftreten, trotzdem sensibel und rührend bemüht um ihre Großmutter. Ich bin gespannt, welche Facetten sie mir in Zukunft offenbaren wird.“ Gerade hat sie die Arbeit am zweiten Band der Reihe begonnen. Dabei verrät sie, dass sie trotz aller Verbundenheit zu Ina, Verena und Co., viel lieber Bösewichter entwirft: „Figuren interessieren mich als Menschen. Es gefällt mir zu ergründen, was sie antreibt. Dahinter steckt, dass jeder unter bestimmten Umständen zu einem Mord fähig ist, und ich überlege mir, welche das sind.“

Einfach schreiben

Geht es an die Plan- und Schreibphase, profitiert sie vor allem von ihren Erfahrungen als Workshopleiterin in der Erwachsenenbildung. „Von Natur aus bin ich eher ein unordentlicher Mensch. Wenn ich arbeite, brauche ich eine feste Struktur“, gibt Elke Pistor schmunzelnd zu. Daher auch die Krimipinnwand: „Ich entwerfe meinen Plot und erstelle einen Ablauf der einzelnen Szenen, den ich dann Punkt für Punkt abarbeite.“ Für jeden Roman legt sie ein eigenes Notizbuch an. Außerdem nutzt sie eine Diktatfunktion im Handy für spontane Geistesblitze. Von der ersten Idee bis zum Lektorat für ein ca. 300-Seiten Buch braucht sie in der Regel sieben Monate. Davon reserviert sie sich drei fürs Schreiben. Ihr Soll: sechs Seiten pro Tag. Dafür hat sie montags bis freitags zwei Stunden Zeit, wenn die Kinder in der Schule sind und ihr Mann auf der Arbeit. „Am besten schreibe ich, wenn ich alleine im Haus bin und mich nichts ablenkt, auch keine Musik.“ Nur der Platz im Haus, an dem sie schreibt, ist nicht fix. Mal entstehen ihre Szenen auf dem Laptop, während sie auf dem Ledersofa im Wohnzimmer sitzt. Mal, am Tisch ihrer kleinen Gartenoase unter dem wild rankenden Wein – immer umgeben von mindestens einer ihrer drei Katzen, die mit in der Familie leben. Von Schreibblockaden ist sie bisher verschont geblieben. Ihr Rezept: „Gute Vorarbeit und intensive Recherche, das nimmt den Druck raus. Und es macht mir Spaß, mich in etwas Neues einzudenken.“

Die andere Seite

Mittlerweile hat Elke Pistor viele Fachexperten an der Hand, die ihr gerne über forensische oder psychologische Details Auskunft geben. In den Vereinigungen für Krimiautoren „Mörderische Schwestern“ und „Syndikat“, sucht sie den Austausch mit ihren Kollegen. 2013 saß sie in der Jury des Friedrich-Glauser-Preises. 2012 und 2014 entschied sie mit über die Vergabe des Jacques Berndorf Preises, dem Eifelkrimiförderpreis. Wenn sie nicht schreibt oder plottet, bewirbt sie ihre fertigen Bücher via Facebook, produziert neue Buchtrailer für ihre Internetseite oder verlost Benefizlesungen. Bei allem, was sie tut, ist sie zu 100 Prozent dabei und ständig auf der Suche nach neuen Marketing-Ideen oder anderen kleinen Dingen, die ihre Bücher weiter bekannt machen. Um Rezensenten ihren Kräuterkrimi „Kraut und Rübchen“ schmackhaft zu machen, stellte sie sogar eigene kleine Päckchen zusammen, in denen sie die Bücher samt Kräuterteemischung an Blogger versandte.

„Hach“-Bücher und andere Freizeitvergnügen

Doch was macht sie, wenn sie mal gar nichts zu tun hat? „Wenn ich bügele oder das Katzenklo sauber machen muss, gönne ich mir gerne Hörbücher. Da kann ich auch gleich lernen, wie ich meine Stimme bei Lesungen einsetze. Am Liebsten Bücher, bei denen man am Schluss diesen ‚Hach’-Effekt hat“, schwelgt Elke Pistor. Aber sie geht auch gerne mit ihren Kindern in Disneyfilme. Da passieren zwar keine Morde, trotzdem sind sie schön. Und wie sieht es mit Urlaub aus? „Ich fahre eigentlich nicht gerne weg, da ich beruflich viel unterwegs bin. Wenn doch, bin ich meist im Wohnwagen unterwegs. Es gefällt mir, Unerwartetes abseits vom Hauptstrom zu entdecken. Mein absoluter Ruhe- und Sehnsuchtsort ist Schweden.“ Und wenn der Akku wieder aufgetankt ist, geht es zuhause gleich wieder ans Schreiben. Was für manchen vielleicht stressig klingen mag, ist für Elke Pistor eher Erholung: „Ich wollte immer etwas tun, wofür ich brenne und habe lange danach gesucht. Jetzt, mit 47 bin ich endlich angekommen.“ Während sie spricht, nimmt bereits die nächste Idee hinter ihrer Stirn Gestalt an. Sie blickt zur grauen Pinnwand, nimmt die verbliebenen Post-Its ab. Jetzt ist alles wieder ganz blank, bereit für neue Ideen, Fährten und Figuren – für den nächsten Roman.

Hier könnt ihr außerdem ein Videointerview mit Elke Pistor sehen.


 

Rezension:

VERGESSEN - Das CoverKlappentext:

Kommissarin Verena Irlenbusch steht unter Druck: Während sie einen hochintelligenten Psychopathen jagt, verschlimmert sich die Alzheimererkrankung ihrer Großmutter. Außerdem wurde ihr der schlechtgelaunte Kollege Christoph Todt an die Seite gestellt, dem sie jede Information aus der Nase ziehen muss. Doch Verena bleibt liebevolle Enkelin und professionelle Ermittlerin – auch wenn es sie fast zerreißt. Als sie schließlich auf die Spur des Mörders kommt, verfängt sich Verena in ein Netz aus lang vergessener Schuld und neuem Hass. Wird sie diesen Fall heil überstehen?

Meine Meinung:

Elke Pistor stellt in „Vergessen“ ein neues, interessantes Team vor. Beide Ermittler haben privat ihr Päckchen zu tragen und finden eher mühsam als Team zusammen. Leise, beklemmend und mit viel Gespür für Zwischenmenschliches schildert die Autorin einen spannenden Fall, der in der Vergangenheit seinen Anfang nahm.

Sensible Leser werden bei einigen Schildungen rund um die Entführung eines kleinen Kindes sicherlich sehr mitleiden, Elke Pistor verzichtet hier aber auf unnötig grausame Details.

Mir hat „Vergessen“ sehr gut gefallen und ich freue mich bereits auf Teil 2 dieser neuen Reihe.

Fazit: Hervorragend geschriebener, spannender Krimi mit viel Gefühl. Absolute Leseempfehlung!

 

Buchhighlight

 

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (8. August 2014)

 

Wenn ihr auf das Buchcover am Anfang der Rezension klickt, landet ihr beim Ullstein-Verlag. Das Buch kann direkt dort gekauft werden.

Hier gibt es „Vergessen“ als EPUB.

Kindle-Besitzer können das eBook hier kaufen: Vergessen

 

Zwei signierte Taschenbücher von „Vergessen“ zu gewinnen!

Elke Pistor war so lieb, mir zwei signierte Taschenbücher zwecks einer Verlosung zu überlassen. Ich hätte gerne gewusst, ob ihr schon einmal ein Buch von ihr gelesen habt bzw. welches euch am besten gefallen hat? Bitte kommentiert bis zum 25.08.2014, 20:00h unter diesem Blogbeitrag.

Sollten mehrere Kommentare eintrudeln, entscheidet das Los!

Ich wünsche allen Teilnehmern „Viel Glück“!

 

 Gewonnen haben: Bianca W. und Marco B.“ Sie wurden bereits per eMail benachrichtigt. Herzlichen Glückwunsch!

NestKlappentext:

„Vier Jugendfreunde um die 30 wagen sich zum ersten Mal in ein Bordell. Das abgelegene Haus am Waldrand scheint der richtige Ort zu sein, um sich ihren geheimsten Wünschen hinzugeben. Tatsächlich scheinen die außergewöhnlich hübschen Mädchen hier über ganz besondere Fähigkeiten in Liebesdingen zu verfügen.…und aus Extase wird Tod.
Doch plötzlich verschwindet einer der Jungs nach dem anderen und der Lusttaumel gerät zu einer irren Nachtfahrt in den Strudel des blanken Horror. Die Mädchen sind weit mehr, als sie zu sein scheinen – wenn sich der Horror und die Lust des Fleisches vereinen.Dunkle Ahnungen ziehen den mysteriösen Jake Sloburn zum Ort des Geschehens. Etwas Uraltes und Böses ist zu unheiligem Leben erwacht und lauert in den tiefen Schatten im Haus der sinnlichen Genüsse.“

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Meine Meinung:

Jake Sloburn erinnert mich mit seiner zynischen und coolen Art sehr an James Woods in „John Carpenters Vampires“. Die Story enthält genau die richtige Mischung aus Sex and Crime, die man in einem Horror-Thriller erwartet. Wie der Titel schon vermuten lässt, bekommt der Leser einige unappetitliche Szenarien mit ebensolchen Kreaturen förmlich um die Ohren gehauen. Das Rad neu erfunden hat Lutz C. Frey nicht, aber trotzdem finde ich die Story gerade wegen des Charakters Jake Sloburn absolut interessant. Mit Informationen über diesen geheimnisvollen Mann hält sich der Autor leider bis zum Ende zurück. Und auch dann bekommt der Leser nur ein paar Häppchen zugeworfen. Aber nun gut, da muss ich wohl auf den nächsten Teil warten. Geschickt gemacht, muss ich zugeben. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Fazit: Cool, unappetitlich, spannend. Absolute Leseempfehlung!

4/4 Punkten

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 337 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 80 Seiten

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Nest: Jake
Sloburn Horror-Thriller (Horror / Mystery) (Jake Sloburn Paranormal Thriller)

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Nest: Jake Sloburn Horror-Thriller ( Horror / Mystery ): Jake Sloburn Horror Mystery #1 (Jake Sloburn Horror Serie)


Wer es noch nicht kennt, liest bitte zu dieser Aktion mein Vorwort.

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Name?
Lutz C. Frey. Aber das ist ziemlich offensichtlich ein Pseudonym. Das macht mich auf der einen Seite natürlich unglaublich inetressant und geheimnisvoll und andererseits erspart es mir unangenehme Fragen von Freunden und Kollegen. So Fragen wie: „Sag mal, bist du irre?“. Lutz hat damit kein Problem, der arme Kerl hat ja praktisch kein Privatleben, daher wälze ich das alles auf ihn ab. Gott, jetzt höre ich mich wirklich ein bisschen irre an.

Familienstand?
Ähm, wie gesagt, Lutz hat an sich kein Privatleben – der soll mal lieber schön schreiben 😉

Kinder?
Ähm, wie gesagt, Lutz hat…aber, nein, keine Kids bis jetzt.

Alter?
36. Aber ich habe betreffs des Alters möglicherweise auf einigen Plattformen gelogen. Entschuldigung. Das hier ist die Wahrheit, ehrlich. Zumindest so mehr oder weniger.

Größe?
So um die Einsachtzig. Aber wahre Größe entstammt ja bekanntlich dem Geiste. Hört man zumindest oft von körperlich eher kleinen Leuten.

Beruf?
Schriftsteller. Haha, just kidding. Im anderen Leben bin ich Berufsmusiker.

Deine Werke?
Total wenige. Ich schreibe doch erst seit kurzem (halbwegs ernsthaft). Chronologisch wären das AEON 01 (Arbeitstitel), dessen unlektoriertes Manuskript gerade bei einem Verlag herumliegt und (hoffentlich) gelesen wird. Dann kam Achtzehn, eine Kurzgeschichte um ein sexy Psycho-Girl, welches die Liebe entdeckt. Oder zumindest so etwas ähnliches. Purer Kitsch, wie du siehst! Und dann kam NEST, meine erste Geschichte um Jake Sloburn, einen Helden, der so mysteriös ist, dass ich selbst es kaum erwarten kann, zu sehen, wie sich die Sache weiterentwickelt. Das setzt allerdings voraus, dass es außer mir auch noch jemand anderen interessiert. Drück‘ mir und dem ollen Jake die Daumen, dass der Joint in dieser Story nicht sein letzter war.

Und dann? Naja, wie heißt es so schön: „Die Pipeline ist voll, ich muss es nur noch schreiben.“ (sagte der abgebrannte, schreibblockierte Schriftsteller zu seinem Verleger…)

Deine Homepage?
klick Außerdem bin ich hin und wieder auf Facebook und Goodreads.com unterwegs.

Warum schreibst du gerade in diesem Genre?
Hmm. Ich liebe diesen Kram. Horror, Suspense, intelligente Thriller. Naja, ob meine intelligent sind? Egal. Ich schaue wahnsinnig gerne Horror und Grusel, so aus den Sechzigern bis Neunzigern. Ab und an auch was modernes.

Im Grunde läuft es auf Folgendes hinaus: Ich schreibe die Bücher, die ich selbst gern lesen würde und die (hoffentlich!) noch kein anderer geschrieben hat. Es ist ein schmutziger Job, aber einer muss ihn schließlich tun.

Was hat dir dein Vater und was hat dir deine Mutter mitgegeben?
Etwas sehr Wichtiges, wenn nicht das Wichtigste überhaupt: Die absolute Freiheit, zu tun und zu lassen, was ich wollte – sie standen und stehen in jedem Fall hinter mir, und daher sind sie die Größten überhaupt, noch vor Stephen King. Knapp.

Außerdem eine einigermaßen gute Erziehung. A propos – ein kleiner Erziehungstipp für alle, die aus ihrem Kind ums Verrecken einen Geigenvirtuosen machen wollen: Lasst es! Mein Vater hatte einen riesigen Bücherschrank im Wohnzimmer. Darin konnte ich lesen, was und wann immer ich wollte, Hemingway, Homer, whatever. Aber es war nie ein Zwang da, das zu lesen. Die Bücher waren einfach da. Ich schätze, das ist ein guter Weg, aus seinem Kind etwas Vernünftiges zu machen: Leg‘ ihm einfach alle Möglichkeiten hin. Es wird schon die wählen, die ihm gefallen. Sagte der Mann ohne Kinder, haha.

Du wirst zum Essen eingeladen. Mit was könnte man dich jagen?
Schwer. Ich esse gern und probiere auch alles mindestens ein mal aus. Solange es zumindest grob in die Kategorie „Lebensmittel“ fällt.

3 Dinge, die zu einem perfekten Tag dazu gehören?
Kaffee, und zwar guter, am besten mit meiner Liebsten, nachsinnend über die Freuden und Peinlichkeiten der letzten Nacht. Neue Leser und gute Rezensionen. Und dann die Zeit haben, zu schreiben.

Dein Lieblingsurlaubsland und warum?
Fantásien. Diese Antwort ist so dämlich, dass ich selbst lachen muss. Deshalb lassen wir sie bitte so stehen.

Welcher Film bringt dich zum Lachen und welcher zum Weinen?
Roland Emmerich-Filme. Da passiert beides. Und dann ist mir schlecht.

Nein, im Ernst, ich grusele mich lieber. Aber ein toller Film für letzteres ist „Bridge to Terabithia“, zwar Disney, aber ganz großes Kino. Tolle Story.

Zum Lachen bevorzuge ich flach und dämlich: Monty Python, Leslie Nielsen, manches von Jim Carey, die Zucker- oder aber auch die Coen-Brüder, deren Filme sind klasse, wobei da jetzt nicht alles zum Lachen ist.

Deine Lieblingseissorte?
Das Bunteste, was sie haben.

Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen und warum?
„Der Club Dumas“ von Arturo Perez-Reverte. Grandiose Story, es geht um alte Bücher und die Jagd nach ihnen, und den Teufel, und Einsamkeit, schätze ich. Gemeinsam mit Polanskis „Die Neun Pforten“, der grob auf dem Buch basiert, ein Hammer-Erlebnis. Wenn ich irgendwann mal so schreiben könnte, würde ich mir irgendwas ganz Tolles gönnen – nicht nur ein buntes Eis!

Von welchem Buch sollte man die Finger lassen und warum?
Da hätte ich schon eins, das ist wirklich gräu-lich, aber dafür möchte ich nicht auch noch Publicity machen. Außerdem: Lieber Mist lesen als gar nicht lesen.

Welchen interessanten Menschen würdest du gerne mal zum Essen einladen und welches Thema würdest du dann mit ihm besprechen wollen?
John Carpenter. Hollywood, und warum man es wahrscheinlich endlich abbrennen sollte.

Eines deiner schönsten Kindheitserlebnisse?
Im Sommer mit dem Rad in irgendeine Wiese fahren, sich dort hinhauen und einen fetten Schmöker lesen, dazu Cola und Kekse in sich reinstopfen zu können, ohne dass es der Figur geschadet oder das einen auch nur ansatzweise interessiert hätte (Diät-Tipp: Besteht da etwa ein Zusammenhang?). Und die faszinierende Tatsache, wie lang als Kind noch EINE GANZE STUNDE war.

Man fragt deinen besten Freund/deine beste Freundin, wie er/sie dich mit drei Begriffen beschreiben würde. Welche wären das?
Keine Ahnung, das habe ich sie noch nie gefragt.

Dein Lieblingswitz?
Der mit den beiden Typen, von denen der eine ein Holzbein und der andere einen Buckel hat. Der Witz spielt größtenteils in Kneipen und auf einem mitternächtlichen Friedhof. Genau mein Ding also.

Lebensmotto?
Frage mich das bitte noch mal in zehn Jahren. Dann kommt es mir vielleicht weniger altklug vor 🙂

Was sollte auf deinem Grabstein stehen?
I am Leipzig. Hahaha. Größenwahn.

Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?
Dass ich sie ganz doll lieb habe, ehrlich. Und auch der wirklich supernetten Schriftsteller-Community. Dieser ganze Schreib- und Marketingkram ist für mich noch total neu, aber im Moment gibt es für mich nichts Größeres als einen netten Kommentar auf Facebook oder eine schöne Rezi. Und wenn es nur drei Leute lesen, na und? Das sind dann eben die drei coolsten Leute des Planeten.

Man muss sich einmal vor Augen halten, dass man nun immerhin die Chance hat, ein paar Menschen mit seinen Geschichten zu erreichen, auch ohne dass man eine „große Nummer“ ist. Stephen Kings erste, abgelehnte Kurzgeschichten hat jahrelang kein Schwanz gelesen!

Dieser ganze Selfpublishing-Kram ist echt ein Haufen Arbeit, der ja nur bedingt mit dem Schreiben zu tun hat. Aber wenn dann einer kommt und sagt: Tolles Buch, Lutz! – dafür lohnt es sich.