Archiv für die Kategorie ‘Kurzgeschichten | Anthologien’

totgelachtKlappentext:

Manfred Kochs KrimiKillerKrimis sind Krimis, die Krimis killen. Kriminell schräge Geschichten für hartnäckige Krimifans, Krimi-Overkill-Geschädigte und Immer-schon-Krimi-Verächter. Ein mordsmäßig grimmiges Lesevergnügen, böser, satirischer, schwärzer, verrückter, witziger, frecher und intelligenter, als es die Kriminalpolizei erlaubt.

Meine Meinung:

Da mir seinerzeit der Psychokrimi „Hexenspiel“ des Autors sehr gut gefiel, freute ich mich auf diese Anthologie. 20 Kurz- und Kürzestkrimis warten auf den Leser.

„Totgelacht“ habe ich mich bei keiner einzigen Geschichte, ich habe allerdings schmunzeln müssen. Nur eben selten. Meinen Geschmack hat der Autor mit diesem Buch leider nicht getroffen, auch wenn es sehr gut geschrieben ist. Es scheint, als hätten wir eine ziemlich unterschiedliche Auffassung von Humor. Allerdings ist das Cover richtig gut gelungen, und auch die Aufmachung des Buches ist erstklassig und hochwertig.

Fazit: Gut geschriebene, kurze Krimis, die leider zu selten meinen Humor trafen.

3 von 5 Sternen

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Styria Premium; Auflage: 1 (17. Juni 2015)

Kauflink eBook, MOBI: Totgelacht: KrimiKillerKrimis

AscheDieses Buch ist kein Thriller oder Krimi. Allerdings lässt es tief in menschliche Abgründe blicken. Da mir der Stil des Autors Sven Heuchert ausnehmend gut gefällt, vielleicht habt ihr ja auch meine Rezension zu seinem Hörbuch „Punchdrunk“ gelesen, würde ich ihn mit meinem Fragebogen gerne vorstellen. Zunächst aber meine Rezension zu „Asche“. Kleiner Auszug: „Manchmal denke ich noch an den Mann ohne Beine, aber dann ist es, als sei es gar nicht wirklich passiert. Als sei das etwas, das mir jemand anders erzählt hat, und das ich dann jemand anderem erzähle. Es ist seltsam, aber so ist es.“ 14 Storys in knapper, verdichteter Sprache über Verlierer und Desillusionierte, über Träumer und Vergessene. Und über Wunden, die sich nicht mehr schließen wollen. Meine Meinung: Harter Stoff, ich kann es nicht anders sagen. Der Autor sagte selbst, es sei „Männerliteratur“. Das stimmt. Als Frau sollte man ein gesundes Selbstwertgefühl haben, wenn man einige dieser Storys liest, denn Frauen kommen hier nicht wirklich gut weg. Sie werden ausgenutzt und benutzt. Auch misshandelt. Manchmal ist dies schwer zu ertragen. Doch leider sind diese Dinge ja Realität und man sollte seine Augen nicht davor verschließen. Was mich an diesen Geschichten absolut beeindruckt hat? Es ist die Offenheit und Direktheit, mit der Sven Heuchert erzählt. Brutal, hart und kompromisslos. Alles könnte sich genau so abgespielt haben. Manchmal eine sehr erschreckende Vorstellung. Der Autor ist ein auf jeden Fall ein guter Beobachter. Und er kennt sich mit Abgründen aus, da bin ich mir ziemlich sicher. Fazit: Erstklassig geschriebene Storys, die im Kopf des Lesers bleiben. Absolut lesenswert! 5 Sterne Produktinformation

  • Taschenbuch: 158 Seiten
  • Verlag: Bernstein-Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. April 2015)

Kauflink Taschenbuch direkt beim Bernstein-Verlag: klick

. Sven Heuchert   Name? Sven Heuchert Familienstand? ledig Kinder? keine Geburtsdatum bzw. Geburtsjahr? 1977 Größe? Beim letzten Mal 179cm, aber es kann natürlich sein, dass ich schon schrumpfe. Beruf? Interessiert das wirklich jemanden? Deine Werke? Aktuell: „Asche.“ Deine Homepage? klick Warum schreibst du gerade in diesem Genre? Ich denke, die Sujets und Themen kommen zum Autoren, nicht umgedreht. Man sucht sich also nichts aus, die Geschichten sind schon immer vorhanden, sie sind in einem und wollen erzählt werden. Manche finden den Kanal, andere nicht. Was hat dir dein Vater und was hat dir deine Mutter mitgegeben? Vater: Ein gesundes Misstrauen in die gesamte Menschheit. Mutter: Loyalität zu den richtigen Leuten. Du wirst zum Essen eingeladen. Was magst du gar nicht? Bereits alkoholisierte Gastgeber, die mich mit ihren intimen Streitereien belästigen, bzw. mich zu einer Stellungnahme nötigen möchten. Ansonsten bin ich pflegeleicht und esse alles. 3 Dinge, die zu einem perfekten Tag dazu gehören? 1.) Eine neue Szene, die in meinem Kopf entspringt, eine Idee, eine Inspiration. Oder ein guter Satz. 2.) Guter Kaffee, keinen Starbucks-Mist. 3.) Sex. Dein Lieblingsurlaubsland und warum? Bis jetzt: Kalifornien. Entspannter Menschenschlag, großartige Natur, tolle Strände und Nachtleben. Welcher Film bringt dich zum Lachen und welcher zum Weinen? Lachen: „Harold & Maude“. Weinen: Ich muss mir oft auf die Lippen beißen. Letztes Mal bei „Ein Winter in Michigan.“ Deine Lieblingseissorte? Cookies and Cream. Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen und warum? Ich könnte an dieser Stelle sicher viele Bücher „empfehlen“, (obwohl ich ja mehr für das Prinzip des Entdeckens bin) aber aktuell haben mich gleich zwei Bücher sehr bewegt, die ich hier jetzt jedem nahelegen möchte (ganz ohne Zwang): „Der Glanzrappe“ von Robert Olmstead und „Butchers Crossing“ von John Williams. Beides sind Bücher, die von existenziellen Dinge erzählen, von Tod, Liebe, Angst, Verlust, Überleben. Beides sind, jedes auf seine Weise, stilistische Meisterwerke. Und intensive Leseerlebnisse; einzelne Figuren und Szenen verfolgen mich immer noch, und werden das wohl auch immer tun. Das ist für mich ein Indikator für große Literatur. Von welchem Buch sollte man die Finger lassen und warum? Ich zerreiße keine Kollegen. Ich versuche, nur über die Sachen zu sprechen, die ich persönlich mag, die mir etwas bedeuten. Alles andere ist gehässig und vergeudete Energie. Welchen interessanten Menschen würdest du gerne mal zum Essen einladen und welches Thema würdest du dann mit ihm besprechen wollen? Es gibt so viele interessante Menschen, ich fürchte, ich müsste ein Barbecue schmeißen! Man fragt deinen besten Freund/deine beste Freundin, wie er/sie dich mit drei Begriffen beschreiben würde. Welche wären das? Verknappt: Kann, wenn er denn will. Dein Lieblingswitz? Ich bin ein furchtbar schlechter Rezitator von Witzen, deswegen lasse ich das jetzt bleiben. Ich habe aber einen Sketch von Lenny Bruce im Kopf, wo es um das Schnüffeln von Klebstoffen geht. Lebensmotto? Ich warte auf den nächsten Glückskeks. Was sollte auf deinem Grabstein stehen? „I tried.“ Was treibt dich auf die Palme? Selbstüberschätzung, Arroganz, Ungerechtigkeit.


Gewinnspiel:

Der Autor Sven Heuchert stellt euch ein ganz besonderes Paket zur Verfügung: Ein Exemplar der Anthologie „Asche“, Limitierte Erstausgabe. Asche Das Hörbuch „Punchdrunk„, gelesen von Helmut Krauss. OLYMPUS DIGITAL CAMERA Die CD „Demoliendo Hoteles“ von „STOLEX„, einer Kölner Band, deren Mitglied Sven Heuchert ist. Stolex   In der Autorenvorstellung findet ihr den Link zur Webseite des Autors. Am 24.04.2015 hat Sven Heuchert dort eine Kurzgeschichte veröffentlicht. Zu dieser Geschichte stelle ich euch die Gewinnfrage. Bitte beantwortet mir diese Frage per eMail an: „mail@krimiundco.de“. Einsendeschluss ist der 15.05.2015, 18:00h. Jede bis dahin eingegangene richtige Antwort landet im Lostopf. Der Gewinner wird dann schnellstmöglich per eMail benachrichtigt. Gewinnspielfrage: „Unter welchem Namen trat der Bruder der Hauptfigur letztmalig in Erscheinung?“

Sven Heuchert und ich wünschen euch viel Glück!

Gewonnen hat: Petra L. aus Offenbach! Herzlichen Glückwunsch!

Des nachts im

Kurzbeschreibung:

Willkommen im finstren Wald. Kommen Sie mit in die dunklen Ecken des Märchenlandes, dorthin, wo die Stiefmutter nicht die Erzfeindin, sondern Schneewittchens beste Freundin ist und ihr beim Kampf gegen die bösen sieben Räuber hilft. Wo das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern zurückkehrt – ein Jahr nach seinem Tod. Wo die vom Himmel fallenden Sterntaler keinen Segen, sondern tödliches Verderben bringen. Wo Rotkäppchen ein hinterhältiges Biest mit psychopathischen Ambitionen ist. Und wo der mutige Recke mitten im verzauberten Schloss plötzlich feststellt, dass es besser gewesen wäre, Dornröschen niemals in seinem Schlaf zu stören.
Sieben Märchen für Hartgesottene – schaurig, abgründig, unheimlich, ungewöhnlich und auf dunkle Weise … märchenhaft!

Pia Junger meint:

Mit den ersten zwei Geschichten hatte ich mich warm gelesen für das, was folgte. Auf eine spannende, gruselige und absolut geniale Art hat die Autorin Werke wie „Hänsel und Gretel“, „Der Sterntaler“ oder „Dornröschen“ neu interpretiert. Besonders gefallen hat mir die Geschichte vom Narrenkönig, deren Star die abgebrühte Königin ist.

Der Schreibstil ist fesselnd und flüssig, die Interpretation der Storys häufig überraschend, aber niemals zu aufgesetzt.

Einfach ein tolles, kurzweiliges Lesevergnüngen. Ich werde dieses Buch sicher mehr als einmal weiterverschenken.

5/5 Punkten!

  • Taschenbuch: 178 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (6. Februar 2015)

Kauflink Taschenbuch: Des Nachts im finstren Wald: Dunkle Märchen

Kauflink eBook Mobi: Des Nachts im finstren Wald: Dunkle Märchen

Aus dunklen FedernKlappentext:

Die Geschichten dieses Bandes streifen die Grenzbereiche des Horrors und der Dark Fantasy. Sie reichen von brutal blutig, über skurril zynisch bis subtil grausam. Manches, was Ihnen alltäglich erscheint, werden Sie nach dem Lesen vermutlich mit anderen Augen sehen. Thomas Finn, Lena Falkenhagen, Markus Heitz, Hanka Jobke, Boris Koch, Sonja Rüther und Vincent Voss beweisen, dass der wahre Schrecken nur einen Steinwurf von der Normalität entfernt darauf lauert, über uns alle hereinzubrechen. Und neben der Gänsehautgarantie enthält der Band noch einen besonderen Fan-Bonus: individuell von den Autoren gestaltete Titelblätter zu jeder einzelnen Geschichte.

Meine Meinung:

„Aus dunklen Federn“ ist eine gnadenlos gute Anthologie. Bereits wenn man die erste Story von Hanka Jobke liest, wird man direkt angefixt.

Die im Klappentext genannten, allesamt hervorragenden Autoren sorgten mit ihren Geschichten dafür, dass ich mich wirklich bei jedem ungewohnten Geräusch panisch umguckte. Und nach dem Lesen von „O Tannenbaum“ von Sonja Rüther war ich heilfroh, dass unser Tannenbaum auf dem Balkon steht. Diese Geschichte fand ich so horrormäßig, dass ich lange nicht einschlafen konnte. Und so etwas kam bisher bei mir eher selten vor.

Ich habe mir übrigens eine besondere Ausgabe gegönnt. Diese hat nicht nur, wie die „normale“ Print-Ausgabe auch, von den Autoren toll gezeichnete Illustrationen vor jeder Story, nein, auf einer der vorderen Seiten ist noch eine exklusive Zeichnung von Sonja Rüther zu finden. Ich bin sehr begeistert!

Fazit: Erstklassige Horror-/Dark Fantasy-Geschichten, die dem Leser das Fürchten lehren. Lesen!

Buchhighlight

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Briefgestöber; Auflage: 1. (9. November 2014)

Aus dunklen Federn: Mit den blutigen Handschriften von Markus Heitz, Thomas Finn und vielen anderen

10346609_670890192988859_2178961975570748004_nKlappentext:

Die Queen of Boshaftigkeit und der Master of Pain geben sich erneut die Ehre.

Inspiriert von tiefen Wäldern, dunklen Schluchten und geheimnisvollen Orten in der Umgebung des kleinen, schwäbischen Dorfes erzählen sie – unter anderem – von einem Wiedersehen der seltsamen Art, einem hartnäckigen Stalker, einer eigenartigen Erbschaft und einem Mann, der nicht auf Ratschläge hört.

Meine Meinung:

Wie auch schon in „Spiegelberg Eins“ beweisen die beiden Autoren in diesem zweiten Kurzgeschichten-Band erneut, dass sie hervorragende, bitterböse Geschichten schreiben können.

Das Böse lauert überall – auch in dem kleinen schwäbischen Dörfchen Spiegelberg. Christiane Gemmer steuerte zwei Geschichten (mein Favorit von ihr ist „Todesfall“) und Alfred Berger fünf Geschichten (sehr stark ist die Story „Panoramaweg“) bei. Ich freue mich direkt auf den dritten Band.

Fazit: Sehr gut geschriebene Horrorstorys mit Tiefgang. Lesen!

5 Sterne
„Spiegelberg Zwei“ (7,90 Euro) kann direkt bei Alfred Berger per Mail an alfred.berger1@web.de bestellt werden.

 

Der Fluch von BlackwoodKlappentext:

Ein malerischer Herbst, eine beschauliche Kleinstadt im Südwesten der Vereinigten Staaten in den frühen 1960er Jahren. Als das Grauen über Blackwood kommt, trifft es die Menschen unvorbereitet und erbarmungslos. Durch die dunklen und nebligen Wälder streift eine blutdürstige Gestalt auf der Jagd nach Menschen, und geisterhafte Erscheinungen suchen die Einwohner Blackwoods heim. Die vierzehnjährige Kathie und ihr listiger Freund Steve erforschen die Hintergründe und stoßen auf das dunkle Geheimnis der Stadt, welches langsam alles in einen Abgrund zu ziehen droht.

Der Fluch von Blackwood ist eine Geistergeschichte in düsterer Atmosphäre. Zielgruppe sind nervenstarke Leser übersinnlicher Thriller.

 

Meine Meinung:

Der Klappentext machte mich neugierig und so gab ich dieser Geschichte eine Chance. Ein Fehler, wie sich ziemlich bald herausstellen sollte.

Es ist nicht nur die Story, die recht gut beginnt und dann leider immer konfuser wird. Auch habe ich irgendwann überlesen, dass der Autor ständig überflüssige Punkte setzte, wie z.B. „“Wir sehen uns morgen, Steve!“.“

Nein, das Schlimmste an dieser Geschichte sind Sätze wie: „Das Wellblech lärmte beim Prasseln des Regens … .“, „Er konnte den tiefen Atem hören, mit der Resonanz eines mächtigen Brustkorbes.“, „Blind und wild vor Wut tobte Jonathan und schüttelte seinen Körper, wobei er die eben entglittene Kathie versuchte, wieder in seine klobigen Finger zu kriegen.“  Und dies sind nur einige wenige Beispiele.

Auf mich wirkte die ganze Geschichte zudem wie aus verschiedenen Storys des Horrorgenres zusammengestückelt. Ein wenig hiervon und dann noch etwas davon. Handlungsstänge wurden nicht verknüpft und vieles nicht aufgelöst. Über das Ende mag ich gar kein Wort verlieren, es lohnt sich nicht.

Wer für diese nicht einmal 50 Seiten satte 2,99 Euro ausgibt, der wird enttäuscht. Oder wie ich, wütend. Und vielleicht ist es nun langsam wirklich einmal an der Zeit, dass solche handwerklich einfach nur schlechten Bücher vom Markt verschwinden. Das geht aber leider nur, wenn diese auch ehrlich bewertet werden. Mir sind die positiven Bewertungen für dieses Buch absolut schleierhaft.

Fazit: Schade um die an sich recht gute Idee, aber die vielen Fehler machen das Lesen zu einer Qual.

Krimi & Co. Das war wohl nichts!!!

Der Fluch von Blackwood

BULLETKlappentext:

Niemand hat es anders gewollt: die erste Anthologie mit bösen, schnellen SF-Storys aus Sven Klöppings MegaFusion-Universum. Die Figuren sind keine Helden. Die Welt ist nicht ihre Bühne. Sie werden nur geduldet. Und manchmal geschieht etwas, mit dem niemand gerechnet hätte – Es sind Geschichten aus der Zukunft, Geschichten von Kleinkriminellen, tragisch Liebenden, Sektenführern und schizophrenen Linguistikern. Bekannte und weniger bekannte Autoren des Genres Science-Fiction haben sich zusammengefunden, um einen Beitrag zu MegaFusion zu leisten. Das Ergebnis kann sich lesen lassen.

 

AP Glonn meint:

Endlich mal eine ruhige Kugel schieben, hat Vincent Voss als Widmung geschrieben.
Ruhige Kugel, my arse! Ich setze mich also hin und möchte entspannt lesen und was passiert? Ich sage euch, was passiert: Dieses Buch ist überhaupt kein Buch. Es ist ein verdammter Portschlüssel. Kommt schon, Leute, ihr wisst doch, was ein Portschlüssel ist – Harry Potter und so? Man berührt einen Gegenstand, klebt fest und dann spürt man das Reißen hinter seinem Bauchnabel, das einem beweist, dass und wie weit man irgendwohin fortgewirbelt wird. Und meine Güte, bin ich fortgerissen worden.

D. J. Franzen nahm mich gleich auf einen großen Gig mit, verschaffte mir Herzklopfen und warf mich in eine so seltsame, fremde Umgebung, dass ich mich einen Augenblick orientieren musste. Dauerte aber nicht lange, dann hatte ich mit Hilfe diverser Chips und Vor- und Rücklauf alles gecheckt, und das war gut so, denn mir blieb keine Atempause. Nächste Story, nächstes Level, subzero, neue Ideen, völlig neue Art der Sprache und Gedanken, und es ging weiter und weiter. Verblüffender Stil, ein Autor scharfzüngiger und origineller als der andere, bis man irgendwann drin steckt in dem stuff, gleich denkt, nein, streicht das, quasi gleich lebt, gleich spricht, im gleichen Takt atmet. Plötzlich ist man kein halbwegs zivilisierter Westeuropäer mehr, sondern jemand aus einem fernen, zukünftigen, eher barbarischen Jahrtausend, vegetiert down, down, down im subzero gigantischer Riesenstädte, die fast den gesamten Planeten bedecken, Molochs, in denen sich Abschaum weit über und unter der Erdoberfläche herumtreibt, mit neuartiger Technik, Drogen, Menschen, Klonen, Androiden.

Was sich nicht geändert hat, sind die Arschlöcher der Welt, die Reichen, die Mächtigen, die auf dem Rücken der Arkologiebevölkerung ihre Spiele um noch mehr Reichtum und Macht treiben, genauso wie das übliche Gesindel, das mordet oder anderen eine reinwürgt, weil es das kann.

Die Storys sind nicht lang, peng! Wie ein Kopfschuss knallen sie dir ins Gehirn, holen dich ab, setzen dich in einen Glider, dessen verrückter Pilot vorher grinsend irgendeine Droge eingeworfen hat, die es noch gar nicht gibt. Anschnallen nützt nichts, du kannst dich nur festhalten, festklammern, beten, dass es vorbei ist und doch gleichzeitig beten, dass es niemals aufhört, den Adrenalinrausch ohne des Piloten Droge genießen und dich fallen lassen – und der Fall ist verdammt tief. 3000 Meter hoch sind die Häuser und Arkologien dieser Welt und die verrückten Piloten dieser Anthologie hören ja nicht gerade da auf, sie steigen höher und höher, durchbrechen Schallmauern und lassen ihr Gefährt in Loopings nach unten trudeln: No breath for the wicked, heißt das Sprichwort nicht so? 😉

Lasst es mich noch einmal zusammenfassen: Fun, fun, fun von Anfang bis zum Ende. Logisch, nicht alle Geschichten gefielen gleich gut, aber die hohe Qualität, die allen Storys innewohnt, ist ein Trigger, der auch Leute zu diesem Portschlüssel … ich meine zu diesem Buch greifen lassen sollte, die sonst nicht so auf Anthologien oder Science Fiction stehen.

Five of five points, pals.

Bullet: und andere Storys aus dem MegaFusion-Universum