Rezension + Autorenfragebogen | Anthologie | Mängelexemplare: Dystopia | Constantin Dupien (Hrsg.)

Veröffentlicht: 22. März 2014 in Kurzgeschichten | Anthologien
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Mängelexemplare - DystopiaMängelexemplare: Dystopia  Neunzehn Autoren blicken in eine Zukunft, in der die Menschheit am Abgrund steht. Schreckensvisionen, die bald Realität werden könnten …

Mit Michael Dissieux, Tim Svart, Jennifer Jäger, Uwe Vöhl, D. J. Franzen, Jana Oltersdorff, Lisanne Surborg, Andreas Zwengel, Vincent Voss, Regina Müller, Arthur Gordon Wolf, Xander Morus, Constantin Dupien, Stefanie Maucher, Markus K. Korb, Manfred Schnitzler, Moe Teratos und Thomas Backus.

Auszug: „Das in der allgegenwärtigen Hitze verdunstende Wasser hatte die Luftfeuchtigkeit bis ins Unerträgliche gesteigert. Metall rostete um ein Vielfaches schneller, als sie es aus der alten Welt kannten. Metallhaltiges Gestein nahm eine rostrote Farbe an. Ein optisches Phänomen, das durch das blutrote Licht der sterbenden Sonne noch weiter verstärkt wurde. Selbst das den Himmel reflektierende Meer wirkte wie eine an den Rändern überkochende Blutsuppe, die im feinen Sand am Fuß des Berges versickerte und eine rötliche Algenschicht zurückließ.“

 Meine Meinung:

„Dystopie“ ist ein sehr interessantes Genre und wimmelt oft von untoten Wesen. Und nun muss man als Leser noch wissen, dass die Vorgabe zu dieser Anthologie hieß: „Keine Zombies und keine Vampire“. Daran haben sich alle Autoren gehalten. Hervorheben möchte ich die gelungenen Illustrationen von Julia Takagi und natürlich das tolle Cover von Timo Kümmel. Richtig interessant sind auch die Entstehungsgeschichten, die die Autoren jeweils am Ende ihrer Story erzählen. Arthur Gordon Wolf schrieb zusätzlich zu „Sahnesperlinge“ ein kurzes Vorwort. Nach dem Nachwort bzw. den beiden Nachworten, erwartet den Leser noch ein besonderes Bonbon: Eine längere Leseprobe von Torsten Scheibs „Göttersturz“. Die Fortsetzung kann ich kaum erwarten …

Hier nun ein paar Sätze zu den einzelnen Geschichten:

Tim Svart – No. 2/209/197/613: Sag ich’s oder sag ich’s nicht? Ist Schweigen Gold? Traurig.

Jennifer Jäger – Clara – Wissen ist Macht: Ab und zu sollte man sein Licht unter den Scheffel stellen. Erschreckend.

Uwe Vöhl – Creationen in Samt und Tod: Zeigt her eure Kleider. Die glitzernde Modewelt einmal anders. Verstörend.

D. J. Franzen – Der Nomade: Kann denn Liebe Sünde sein? In diesem Fall ist es eher Sex. Mystisch.

Jana Oltersdorff – Das schlafende Schloss: Es war einmal … Vergesst die Gebrüder Grimm. Schaurig.

Lisanne Surborg – Rosa Schaum: Keine Macht den Drogen! Oder vielleicht manchmal doch? Tragisch.

Andreas Zwengel – Souljacker: Wer mit dem Teufel isst, braucht einen sehr langen Löffel. Sehr böse.

Vincent Voss – Wellen: Ich hoffe sehr, dass das „Von-Seidlitz-Syndrom“ niemals auftritt. Entsetzlich.

Regina Müller – Larventräume: Wer wollte nicht schon einmal wissen, was Tiere denken und fühlen? Visionär.

Arthur Gordon Wolf – Sahnesperlinge: „Harry Potter Sprüche“ für unartige Kinder. Gemein.

Michael Dissieux – Dagnin: Auch das Blut eines Untoten ist dicker als Wasser. Ergreifend.

Xander Morus – Der Vollstrecker: Ein moderner „Mad Max“ hat es voll drauf. Spannend.

Thomas Backus – Schicksal: Ein ganz klassischer Fall von Gruppendynamik. Moralisch.

Constantin Dupien – Das Ende: Wann ist der richtige Zeitpunkt, zu gehen? Düster.

Moe Teratos – Die Schrecken: Sci-Fi Story vom Feinsten; „Alien“ lässt grüßen. Blanker Horror.

Stefanie Maucher – Ella: Die Liebe geht mitunter seltsame Wege. Ergreifend.

Manfred Schnitzler – Der rote Tod: Zur falschen Zeit am falschen Ort. Sarkastisch.

Markus K. Korb – Rattenjagd: Nichts ist so, wie es scheint. Manchmal lohnt ein zweiter Blick. Packend.

Fazit: Vielschichtige, erstklassige Kurzgeschichtensammlung. Ganz klare Leseempfehlung.

Buchhighlight

Über diesen Link kann das Buch als Hardcover oder als Taschenbuch direkt beim Verlag bezogen werden:
http://amrun-markt.de/produkt-stichwort/maengelexemplare/

Hier könnt ihr euch außerdem den Trailer anschauen. (Der Herausgeber und Mitautor Constantin Dupien himself ist der Hauptdarsteller.)
https://www.youtube.com/watch?v=M0KgqWLVeS4&feature=youtu.be

Und nun stelle ich euch den Mann vor, ohne den die „Mängelexemplare“ nicht existieren würden:

Dupien

Name?

Constantin Dupien (kann man ganz deutsch aussprechen, aber auch französisch und chinesisch finde ich cool!)

Familienstand?

Ledig, aber seit mittlerweile fast neun Jahren in zärtlichen Händen

Kinder?

Noch keine

Geburtsdatum bzw. Geburtsjahr?

Baujahr 1987

Größe?

185 Zentimeter

Beruf?

Arbeitstier

Deine Werke?

Die „Mängelexemplare“-Buchreihe, das literarische Kunstexperiment „In Blut und Liebe“, einige Beiträge in Anthologien sowie noch einige andere Dinge, bei denen ich lieber auf einen Rückblick verzichten möchte.

Deine Homepage?

Guckst du: www.constantin-dupien.de

Warum schreibst du gerade in diesem Genre?

Mein Story-Band „In Blut und Liebe“ ist ja ein Genrebastard, bestehend aus klassischen und modernen Horror-Stories (gerne auch mit anderen Einflüssen wie Western oder Science-Fiction vermengt), lupenreinen (Anti-)Liebesgeschichten sowie einem Kurzkrimi, den du als alleinstehende Geschichte ja bereits einmal vor anderthalb Jahren gelesen hast. So richtig in einem Genre festgefahren bin ich also nicht. Die Phantastik reizt mich wegen der unbegrenzten Möglichkeiten. Für meine aktuelle Anthologie, die ich als Herausgeber betreue, habe ich eine dystopische Kurzgeschichte geschrieben (welch Wunder, das Buch trägt ja immerhin den Namen „Dystopia“), die ich eher als politisch angehauchtes Sci-Fi-Drama bezeichnen würden. Also nicht so wirklich Horror …

In Zukunft möchte ich mich ausgiebiger mit der klassischen Detektivgeschichte beschäftigen. Seit zwei Jahren lese ich deshalb fleißig alle Klassiker.

Was hat dir dein Vater und was hat dir deine Mutter mitgegeben?

Eine gute Erziehung (hinter der sich mein dreckiger bis sarkastischer Humor versteckt)

Du wirst zum Essen eingeladen. Was magst du gar nicht?

Exotische Tiere (also alles, was nicht aus Dönerfleischmelange, Schwein, Huhn oder, mit Einschränkungen, Rind besteht)

Drei Dinge, die zu einem perfekten Tag gehören?

Erstens: Ein Nachmittag mit ‘ner Runde joggen zum Warmwerden, dann eine Partie Tennis und zum Ausklingen ein gemütliches Work-out bis zum Muskelversagen.

Zweitens: Mit meiner Freundin in der Mittagssonne im Garten liegen und immer eine Tasse Kaffee parat haben.

Drittens: Eine „Mord ist ihr Hobby“ oder „Knight Rider“ Folge zum Einschlafen.

Dein Lieblingsurlaubsland und warum?

Ich fand Österreich ganz toll und werde in zwei Wochen auch wieder dorthin fahren. Saubere Luft, wahnsinnig schöne Landschaften, nette Menschen und die beste Butter, die man bekommen kann.

Ansonsten wäre ich überall gerne, wo es 365 Tage im Jahr warm ist. Wenn da nur nicht diese Flugangst wäre …

Welcher Film bringt dich zum Lachen und welcher zum Weinen?

Letztes Jahr musste ich am meisten über „Tucker & Dale vs Evil“ lachen, dieses Jahr habe ich noch gar keine Komödie geschaut. Ansonsten gibt es so ein paar Allzeit-Favoriten: „Space Balls“, „Hot Shots 1 + 2“, und „Star Trek IV: The Voyage Home“. Zum Weinen bringen mich Filme, in den Hunde oder Katzen sterben.

Deine Lieblingseissorte?

Hm … Schwierig. Vielleicht Nougat-Zimt-Cocos?

Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen und warum?

“Sly Moves” von Sylvester Stallone. Tolle persönliche Geschichten und Anekdoten, Work-outs und leckere Gesund-Essen-Rezepte. Bei mir gibt es fast jeden Tag Rocky-Cookies. Die geben Kraft.

Johnny Cash wusste auch einige spannende Dinge aus seinem Leben zu berichten, diese Autobiographie ist mir ebenfalls in Erinnerung geblieben.

Literarisch: Passend zum eigentlichen Thema deiner Seite kann ich uneingeschränkt die Maigret-Detektivgeschichten von Georges Simenon empfehlen ebenso wie John Dickson Carrs Romane um Gideon Fell. Sehr gut geschriebene, spannende Fälle abseits des Psycho-Thriller-Profiler-Einheitsbreis heutiger Bücher.

Von welchem Buch sollte man die Finger lassen und warum?

Schwierig. Ich könnte einige Autoren nennen, deren Werke mir nicht zusagen, aber das behalte ich einfach mal für mich. Legen wir den Fokus lieber auf die positiven Aspekte des Lebens .

Welchen interessanten Menschen würdest du gerne mal zum Essen einladen und welches Thema würdest du dann mit ihm besprechen wollen?

An meiner Runde würden sitzen E. A. Poe, John F. Kennedy und ein paar Dinos. Dann erzählen die mir mal, was nun wirklich mit ihnen passiert ist! Alternativ würde ich gerne mit Stallone, Schwarzenegger und Lundgren über Fitness und das Wie-werde-ich-cool-Sein diskutieren.

Eines deiner schönsten Kindheitserlebnisse?

Mittags nach Hause kommen, auf die Couch legen, Fernseher an und es laufen „Matlock“, „MacGyver“, „Voyager“ und, und, und … Dazu eine 5 Minuten Terrine (Nudeln in Rahmsoße).

Man fragt deinen besten Freund/deine beste Freundin, wie er/sie dich mit drei Begriffen beschreiben würde. Welche wären das?

Unpünktlich (aber zuverlässig!), Spaßvogel, eitel

Dein Lieblingswitz?

Ich mag Chuck Norris-Sprüche. Meine Lieblingswitze sind leider nicht jugendfrei.

Lebensmotto?

Was du heute kannst besorgen, das verschieb sogleich auf morgen.

Was sollte auf deinem Grabstein stehen?

Geliebt und unvergessen.

Was treibt dich auf die Palme?

Ich rege mich über sehr viele Dinge sehr schnell auf – und noch viel schneller wieder ab.

Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?

Wie wäre es mit einem ernst gemeinten „Dankeschön!“ (besonders an Dirk J. für seine tolle Unterstützung während der letzten Monate)

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