Rezension und Autorenvorstellung | Mystery/Horror-Thriller | Katzendämmerung von Arthur Gordon Wolf

Veröffentlicht: 21. Januar 2014 in eBooks, Historische Krimis, Krimi & Co. Fragebogen, Krimis und Thriller, Mystery- und Horrorthriller
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KatzendämmerungKlappentext:

Das, was ich bislang für die wirkliche Welt, die Realität, gehalten hatte, war nichts weiter als eine plumpe Täuschung, eine dünne Haut, hinter der sich das wahre Grauen verbarg.

Es gibt Geheimnisse, die besser für alle Zeiten im Verborgenen bleiben. Zu dieser Erkenntnis gelangt der Fotograf Thomas Trait jedoch etwas zu spät. Hals über Kopf verliebt er sich in eine junge und überaus attraktive Übersetzerin antiker Schriften. Natascha hat jedoch nicht nur einen ungewöhnlichen Beruf; etwas Mysteriöses, ja Düsteres, scheint ihr anzuhaften; wild und bedrohlich. Doch es sind gerade diese Schattenseiten, die sie für Trait noch anziehender werden lassen.
Als er versucht, das Geheimnis seiner Geliebten zu ergründen, bezahlt er einen hohen Preis. Und der Tod ist nicht das Ende …

Meine Meinung:

Diese Rezension zu schreiben, stellt mich vor eine echte Herausforderung. Einfach, weil ich völlig von diesem Buch begeistert bin. Vielleicht kennt der eine oder andere Leser das wunderbare Gefühl, wenn er ein Buch liest und wirklich jedes Wort, jeder Satz einfach „stimmt“. Bei „Katzendämmerung“ passt für mich alles perfekt zusammen: Die herausragende Story, unerwartete Wendungen, absolute Spannung, Figuren voller Leben, knisternde Erotik, Mystik und Mythik, historische Elemente, eiskalter Horror. Dieses Buch ist so vielschichtig, es fällt schwer, es nur einem Genre zuzuordnen. Bereits der Prolog rund um die „flammende Jenny“ hat mich sofort gepackt und ich wollte unbedingt wissen, was es mit dieser Erscheinung auf sich hat. Und ich wurde nicht enttäuscht. Vielmehr war ich geradezu überrascht, mit welcher Präzision, Ausdruckskraft, Fantasie und mit welchem Gefühl der Autor Arthur Gordon Wolf diese Geschichte erzählt und letztendlich auch auflöst. Ganz zu schweigen von dem sicher enormen Rechercheaufwand über altägyptische Mythologie und Geschichte. Besonders gelungen finde ich auch die Illustrationen, die allerdings nur im Buch zu finden sind. Ebook-Leser müssen leider darauf verzichten. Erwähnen möchte ich noch, dass die Story aus der Sicht von Thomas Trait erzählt wird, einer Person, die am Ende des Buches zu einem Freund wurde und deren Gedankengänge und Handlungen ich jederzeit nachvollziehen konnte. Selten habe ich mich einem fiktiven Charakter so nahe gefühlt. Sollte man als Leser ein Katzenfan sein? Nicht unbedingt. Ich bin eher ein Hunde- als ein Katzenfan, fand aber das Thema Katzen total interessant. Absolute Leseempfehlung von mir; eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.

Fazit: Einfach unglaublich gut! Packend, spannend, unheimlich, erotisch. Ein Highlight.

Buchhighlight

  • Broschiert: 670 Seiten
  • Verlag: Luzifer; Auflage: 1 (2. Oktober 2013)

Kauflink eBook, Mobi-Format
Katzendämmerung: ein düster-erotischer Thriller


Arthur Gordon Wolf

Name?
Arthur Gordon Wolf

Familienstand?
ledig (lone wolf – wie der Name schon sagt)

Kinder?
Keine, von denen ich wüsste

Geburtsdatum bzw. Geburtsjahr?
Irgendwann im Sommer im Jahr des Tigers

Größe?
Irgendwo zwischen großem Zwerg und abgebrochenem Riesen

Beruf?
Ex-Fitness-Trainer, Ex-Pauker, aktuell keiner, denn wenn Schreiben mein Beruf wäre, könnte ich ja wohl davon leben, oder?

Deine Werke?
«Katzendämmerung«, »Die Weissen Männer« sowie eine Menge an Kurzgeschichten, Novellen und Erzählungen wie »Die Dunwich-Pforte« (in »Dunwich-Ein Reiseführer«), »Im Labyrinth der Katzen« (eine Art Epilog zu »Katzendämmerung« in »Rose Noire«) oder die Sherlock-Holmes Pastiches »Die Blaue Taube« (in »Das Geheimnis des Geigers«) und »Wheezy-Joe oder Der Dunkle Gott der Menge« (in »Sherlock Holmes – Das ungelöste Rätsel«). Zwei UMC-Romane liegen noch in meiner Schublade. Weitere sind geplant.

Deine Homepage?
klick

Warum schreibst du gerade in diesem Genre?
Ich tummle mich ja in verschiedenen Genres: Horror, Crime, Mystery, SF und Fantasy. Überall interessieren mich allerdings meist düstere unheimliche Aspekte. Ich mag es, meinen Lesern Unbehagen oder vielleicht sogar Angst zu bereiten. Tatsächlich möchte ich aber immer nur beweisen, dass sich hinter dem, was wir vordergründig als »Realität« begreifen, etwas ganz anderes verbergen kann…oder tatsächlich verbirgt. Lasst euch nicht täuschen!, versuche ich den Lesern zwischen den Zeilen zuzurufen. Schaut genauer hin! Hinter der Fassade von Ordnung und Normalität tun sich zuweilen Abgründe auf. Passt bloß auf und seid kritisch! – Auch wenn ich ein Ex-Pädagoge bin, erhebe ich dabei aber niemals den Zeigefinger. Das Bewusstsein für das Trügerische im Alltäglichen soll ganz von allein beim Leser entstehen. Jeder soll dabei selbst entscheiden, was er zu glauben bereit ist und wie weit er hinter die Fassaden blicken will.

Was hat dir dein Vater und was hat dir deine Mutter mitgegeben?
Meinen Genpool. Mich! Von meinem Vater habe ich wohl das Interesse an fremden Ländern mitbekommen, aber auch an Mythen und Volksglaube. Auch die Freude am Sport, am Abenteuer, am Risiko, am Entdecken.
Von meiner Mutter, die mir schon als kleines Kind Märchen von Grimm, Hauff, Andersen und 1001 Nacht vorgelesen hat, habe ich ganz sicher die Liebe zu Büchern, zu Geschichten, zur Fantasie mitbekommen.

Du wirst zum Essen eingeladen. Was magst du gar nicht?
Ich gehöre, was Essen betrifft, zu den sehr unkomplizierten Menschen, da es kaum etwas gibt, was ich nicht esse. Eine gut gemachte Erbsensuppe kann mir da zuweilen aber besser schmecken als ein nobles Fünf-Gänge-Menü.

3 Dinge, die zu einem perfekten Tag dazu gehören?
Ein perfekter Tag? Der kann sehr unterschiedlich aussehen. Erfrischt aufwachen, drei Seiten schreiben (mehr geht bei mir einfach nicht – meist sind es nur zwei oder noch weniger) und einen Spaziergang im Wald. Oder: Ein gutes Buch lesen, eine Donauwelle zum Kaffee und ein abendliches Beisammensein mit Freunden.

Dein Lieblingsurlaubsland und warum?
Die USA, weil mich die Landschaften (ob nun Canyons, Wüsten, Prärien, Wälder, Gebirge oder Küsten) einfach immer wieder aufs Neue faszinieren. Handys haben plötzlich keinen Empfang und hinter jedem Baum könnte ein Schwarzbeer oder Grizzly lauern, unter jedem Stein eine Klapperschlange. Reine Natur, wie ich sie liebe!

Welcher Film bringt dich zum Lachen und welcher zum Weinen?
Puhh. Da komme ich jetzt aber ins Grübeln. Lachen kann ich bei Klassikern wie Chaplins »The Tramp« oder »Moderne Zeiten« (und zuweilen muss ich dabei gleichzeitig unauffällig schneuzen), bei alten Louis de Funes-Filmen oder überdrehten Kommödien der Marke »Verrückt nach Mary«. Weinen ist wesentlich schwieriger. Wann habe ich zuletzt heimlich ein Tränchen verdrückt? Keine Ahnung. Wahrscheinlich bei Filmen wie »Grüne Tomaten« oder »Gilbert Grape – Irgendwo in Idaho«.

Deine Lieblingseissorte?
Vanille-Nuss-Schoko-Himbeer-Stracciatella mit einem Klecks Pistazie

Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen und warum?
Nur eins??? Hunderte!
Okay, ich wähle mal drei aus: John Irving: Owen Meany – Ernest Hemigway: Wem die Stunde schlägt« und CormacMcCarthy: Die Straße – Die Begründungen würden hier den Platz sprengen. Nur so viel: Alle Bücher bieten ein Leseerlebnis, das den Lesenden tatsächlich verändert – zumindest ging es mir so.

Von welchem Buch sollte man die Finger lassen und warum?
Auch da könnte ich einige aufzählen. Okay: »Jonathan Strange und Mr. Norrell« von Susanna Clarke. Wenn ich jemals in die Verlegenheit käme, einen Schreib-Workshop zu leiten, würde ich diesen Roman verwenden, um aufzuzeigen, was man alles falsch machen kann. Ein wirklich grausiges Stück von gehypter Pseudo-Literatur!

Welchen interessanten Menschen würdest du gerne mal zum Essen einladen und welches Thema würdest du dann mit ihm besprechen wollen?
Stephen King natürlich. Und ich würde mich gerne darüber unterhalten, wie man die Standleitung zum »See der Geschichten« bekommt, von der Salman Rushdie erzählt. Ich bin nämlich wirklich der verrückten Ansicht, dass alle Geschichten bereits existieren und wir sie lediglich ‚entdecken‘ müssen. Während ich allerdings nur wenige Tropfen pro Tag auspressen kann, baden manche Autoren förmlich in diesem Meer. Beneidenswert.

Eines deiner schönsten Kindheitserlebnisse?
Ein langer heißer Sommer in den nahen Wäldern, wo ich zusammen mit einigen Freunden Baumhäuser und Staudämme gebaut habe. Diese Tage schienen endlos zu sein.

Man fragt deinen besten Freund/deine beste Freundin, wie er/sie dich mit drei Begriffen beschreiben würde. Welche wären das?
Verlässlich. Ehrlich. Dickköpfig.

Dein Lieblingswitz?
Fast alles, was Politiker augenblicklich veranstalten, ist ein Witz. Allerdings kein guter.

Lebensmotto?
Never give up!

Was sollte auf deinem Grabstein stehen?
Grabstein? Ich dachte, ein Autor sei unsterblich!!!!

Was treibt dich auf die Palme?
Dummheit! Engstirnigkeit. Fanatismus.

Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?
Ich finde es umwerfend, dass ihr euch eure Lebenszeit mit meinen Texten vertreibt, aber ihr dürftet mir gerne öfter mitteilen, wie es euch gefallen hat. Oder natürlich auch, was euch gestört hat! Für einen Autor ist das Feedback nämlich von größter Bedeutung. 😉

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Kommentare
  1. […] Rezension und Autorenvorstellung | Mystery/Horror-Thriller | Katzendämmerung von Arthur Gordon Wolf […]

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  2. beatesenft sagt:

    Tolle Rezi und ein sehr interessantes Interview. Es hat großen Spaß gemacht, beides zu lesen.

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  3. Claudia Mertsch sagt:

    Sehr sympathisch. Und ein wirklich sympathischer Fehlerteufel hat sich eingeschlichen 😉
    „…hinter jedem Baum könnte ein Schwarzbeer… lauern…“ 😀
    Wirklich paradiesisch… 😀
    LG
    Claudia

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  4. Super, Claudia! Natürlich meinte ich einen Grizzly, der Schwarzbeeren suchte! ;-))))
    *pruuust!*

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  5. scrapkat sagt:

    Klingt spannend, das Buch 😀

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  6. Claudia Mertsch sagt:

    😀 Ich hab herzhaft gelacht. Und dein Buch steht als nächstes auf meiner Liste. Bin schon gespannt. LG

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  7. Das Buchcover alleine ist ja schon ein Hingucker – und das Interview wie immer humorvoll und lesenswert.

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