Rezension | Anthologie | Hitzemond ~ Erzählungen | Oliver Fehn

Veröffentlicht: 24. November 2013 in Kurzgeschichten | Anthologien
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hitzemondKlappentext:

„Lesen Sie das Buch nicht, wenn Sie soeben ein seelisches Tief durchlaufen oder sich allgemein leicht ängstigen“, warnt der Autor seine Leser in der Vorbemerkung. Doch in dem neuen Buch von Oliver Fehn geht es keineswegs um Geister, Vampire und Monster – nein, die Ängste, Abgründe und Schattenseiten des Menschen sind Thema dieser 12 Geschichten, die in trostlosen Dörfern, alten Schulhäusern, unheimlichen Dachböden, einsamen Bars, gigantischen Städten bei Nacht – und manchmal auch in ganz schlichten Kinderzimmern spielen. Der Autor, bekannt für seine bedrückenden Schilderungen des Bösen und Morbiden, führt hier seine Erzählkunst in neue Höhen, und das Risiko, bei vielen seiner Leser verschüttete Albträume zu neuem Leben zu erwecken, nimmt er dabei gern in Kauf.

Meine Meinung:

Dass Oliver Fehn ein großer Erzähler ist und wunderbar mit Sprache umgehen kann, hat er nicht zuletzt in „Die Klavierbrücke“ und „Keiner will mehr nach San Franzisco“ bewiesen.

In „Hitzemond“ erzählt der Autor zwölf, teilweise wirklich böse und morbide Geschichten. Wie bereits im Klappentext erwähnt, geht es hier nicht um Geister, Vampire und Monster. Vielmehr geht es um das Böse an sich. Eben dieses Böse, welches jedem Menschen im Alltag begegnen kann. Etwas, was schwer zu begreifen und zu fassen ist.

Jeder Story geht ein kurzes persönliches Vorwort voraus und dieses fand ich jeweils besonders interessant. Der Autor schrieb zum Beispiel „Vergessen … wie die Rosen“ als einer seiner ersten literarischen Versuche und setzte diese Geschichte dann noch einmal Jahre später mit „Türen aus Rauch“ um. Gerade beim Lesen dieser beiden Stories spürt man deutlich, welches Talent der Autor bereits in jungen Jahren besaß und wie er sich dann im Laufe der Jahre doch noch steigern konnte. Sprachliche Feinheiten und auch der Mut zu teilweise recht harten, klaren Ausdrücken stellten sich deutlicher ein. Die beiden von mir erwähnten Geschichten haben mich jetzt längere Zeit nicht losgelassen und so erging es mir auch mit „Hitzemond“, der Titelgeschichte und meinem persönlichen Favoriten.

Ich kann jedem Leser, der Freude an toll erzählten, morbiden Geschichten hat, nur empfehlen: greif zu!

Fazit: Morbide Stories auf hohem, sprachlichen Niveau. Diese Geschichten wirken noch länger nach.

4/4 Punkten

Hitzemond

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Kommentare
  1. Hört sich toll an. Aber ich habe immer noch nicht die Klavierbrücke gelesen.

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  2. beatesenft sagt:

    Hört sich toll an

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