Autorenfragebogen, Leseprobe und Gewinnspiel zu „Die Klavierbrücke“ von Oliver Fehn

Veröffentlicht: 11. August 2012 in Gewinnspiele, Interessantes rund um Krimis und Thriller, Krimi & Co. Fragebogen
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Heute möchte ich euch Oliver Fehn, dessen Buch „Die Klavierbrücke“ ich großartig finde, näher vorstellen. Im Anschluß an den Fragebogen findet ihr eine kurze Leseprobe und euch wird eine Frage hierzu gestellt. Auch findet ihr dort die Gewinnspielregeln.

Hier aber zunächst der Fragebogen:

Wer es noch nicht kennt, liest bitte zu dieser Aktion mein Vorwort.

Name?

Oliver Miles Fehn.

Familienstand?

Unverheiratet, aber nicht selten deep in love.

Beruf?

Übersetzer (hauptsächlich von Romanen, religionswissenschaftlich-philosophischen Werken und Musikfachbüchern)

Deine Werke?

Beschränken wir uns auf das Belletristische: Drei Romane (Und möchte mit Fremden tanzen, Verfluchter Sommer und Die Klavierbrücke), eine Novelle (Das verlogene Paradies) und eine satirische Erzählung (Sakrischleck). Im Herbst 2012 folgt ein Band mit Kurzprosa und Gedichten.

Deine Homepage?

Ich habe nur eine Facebook-Seite und einen WordPress-Blog (City of Refuge) – aber da steht alles drauf, was ich auch auf einer Homepage bringen würde.

Was hat dir dein Vater und was hat dir deine Mutter mitgegeben?

Von meinem Vater habe ich einiges an Verwegenheit geerbt, von meiner Mutter ihren wunderbar teenagerhaften Humor sowie eine leicht exzentrische Launenhaftigkeit.

Du wirst zum Essen eingeladen. Mit was könnte man dich jagen?

Mit einem Büffet, auf dem nur Salate stehen.

3 Dinge, die zu einem perfekten Tag dazu gehören?

Mindestens einmal so richtig von Herzen lachen, mindestens eine neue Sache lernen und mindestens einen Menschen ein wenig glücklicher machen.

Dein Lieblingsurlaubsland und warum?

Am liebsten fliege ich nach New York, weil es völlig anders ist, tausendmal bunter als alle Großstädte dieser Welt.

Welcher Film bringt dich zum Lachen und welcher zum Weinen?

Zum Lachen bringen mich die meisten Jack-Lemmon- und Walter-Matthau-Komödien, wie ein Schlosshund geheult habe ich bei Fried Green Tomatoes at the Whistle Stop Café (deutsch: Grüne Tomaten).

Deine Lieblingseissorte?

Heidelbeer.

Welches Buch kannst Du uneingeschränkt empfehlen und warum?

Da gibt es einige. Ich nenne mal als Beispiel Alain-Fourniers „Der große Meaulnes“. Das ist einer der schönsten Romane zum Thema Freundschaft, die ich kenne.

Von welchem Buch sollte man die Finger lassen und warum?

Auch da gibt es eine Menge, aber es hängt natürlich vom Geschmack des Lesers ab. Das meiste, was massentauglich ist und in Riesenauflagen erscheint, langweilt mich in der Regel.

Welchen interessanten Menschen würdest Du gerne mal zum Essen einladen und welches Thema würdest Du dann mit ihm besprechen wollen?

Ich hätte gern Jackie Kennedy kennen gelernt, oder Hildegard Knef, oder die Dietrich. Irgendeine der großen Frauen des letzten Jahrhunderts. Leider alle schon tot.

Eines deiner schönsten Kindheitserlebnisse?

Als meine Mutter mir zum ersten Mal das Meer zeigte. Erst war ich nur sprachlos, dann warf ich mich in die Wellen und wusste: Das Meer und ich, wir werden dicke Freunde werden.

Man fragt deinen besten Freund/deine beste Freundin, wie er/sie dich mit drei Begriffen beschreiben würde. Welche wären das?

Ich beschreibe mich ungern selbst, deshalb habe ich extra eine gute Freundin angerufen. Ihre Antworten: 1) pfiffig 2) humorvoll 3) warmherzig. Ich sagte, jetzt musst du aber auch drei negative Begriffe bringen, und sie meinte: 1) reizbar 2) beratungsresistent 3) schwanzgesteuert.

Lebensmotto?

Kein festes. Ich glaube, jeder Tag hat sein eigenes Motto.

Was sollte auf deinem Grabstein stehen?

Hier ruht ein fleißiger, ein sanftmütiger und ein bescheidener Mensch.“ Und alle werden sagen: „Armer Oli. Haben sie ihm drei wildfremde Leute mit ins Grab gelegt.“

Was treibt dich auf die Palme?

Betrüger, Halsabschneider, Kaffeefahrten-Charaktere, die die Arglosigkeit anderer nutzen, um sich zu bereichern. Solche Leute gehen mir tierisch auf den Senkel.

Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?

Ich glaube, alles was ich meinen Lesern sagen möchte, sage ich ihnen verschlüsselt oder auch unverschlüsselt in meinen Büchern.

G E W I N N S P I E L

Leseprobe aus „Die Klavierbrücke“:

Der Blutmond macht uns alle verrückt, sagte die Bennewitz-Kunni immer.
Da war der Wald mit seinen Stimmen ganz nah, da knallten Türen, und Besoffene brüllten wie Bestien.
Gegen drei Uhr hörte ich den Todesschrei.
Sterbende Menschen klingen wie Tiere. Im Augenblick des Abschieds sind wir nur noch Kreatur. Der Schrei klumpte in meinem Kopf zur blutigen Masse.
„Flittchen! Hure! Das hast du nun davon!“
Die Klavierbrücke spielte die mörderischste Melodie aller Zeiten. Dann hörte ich flinke Schritte, die Reißaus nahmen.
Kurz darauf stand Lissi im Zimmer, eine Taschenlampe in der Hand.
„Mach kein Licht“, zischte ich. „Ich will nicht, dass man uns sieht.“
Sie trat zum Fenster, wobei ihr Atem rasch ging wie der einer Maus. Nachdem sie eine Weile hinausgestarrt hatte, trat sie an mein Bett und sagte:
„Wir müssen die Polizei rufen.“

*

Es war ein übler Anblick. Der Streifenwagen, dessen Blaulichtsignal sich drehte und drehte, und jener schwarze Klumpen Mensch am Ufer des Katzelsbachs. Keiner von uns durfte hinaus; ein Beamter hatte Lissi sofort wieder ins Haus gescheucht. Nun stand sie mit dem Feldstecher am Fenster, und Motten knallten an die Scheiben und ließen ihr Leben wie freiwillig.
„Es ist ein Mädel“, sagte sie nach einer Weile. „Wieso hast dich denn wieder hingelegt, Bub? Bist gar nicht neugierig?“
„Ich habe genug gesehen. Da unten liegt ein Mensch. Und sag mir bitte nicht, wer es ist.“
„Das kann ich dir gar nit sagen, weil ich’s von hier aus nit erkennen kann. Auf der Brück ist’s ja dunkel wie in der Hölle.“
Meine Augen starrten in meine Nachttischlampe. Nichts sehen, nichts wissen. Was da draußen passiert war, hatte mit mir zu tun und meinem Leben.
„Sie ist noch jung“, sagte Lissi.
„Du sollst still sein, verdammt.“
„Und du sollst nit fluchen.“ Sie fuhr herum und nutzte die Gelegenheit, mit einem Taschentuch die Linse ihres Fernrohrs zu putzen. „Was ist nur los mit dir? Man kann nit vor allem weglaufen auf der Welt, was einem Angst macht. Wenn das die Leut sehen täten. Die alte Frau, die am Fenster steht, und der junge Bursch, der sich ängstlich in sein Bett verkriecht.“
Ich vergrub den Kopf im Kissen. Vielleicht hatte sie ja recht. Vielleicht war ich wirklich ein verdammter Hasenfuß. Der, wenn es irgendwann darum ging, das verzauberte Dorf zu verlassen, kurz vor der Ortsgrenze kehrt machen würde. Nicht hart genug für diese Welt. Ich boxte mir mit der Faust zweimal auf die Schulter, dann sprang ich aus dem Bett.
„Na, es geht doch“, sagte Lissi.
Eine Zeit lang sah ich gar nichts, weil ich zu lange ins Licht gestarrt hatte. Dann zerbröselten die Schatten auf meiner Netzhaut, und ich sah den Mond, dessen Spiegelbild im Katzelsbach flüchten wollte und nicht vorankam. Auf der Klavierbrücke stand Kommissar Eckardt und kommandierte seine Kollegen herum, dann blieb er stehen und sah sich die Leiche an.
Neonaugen im Mondlicht.
„Anna“, murmelte ich, und Lissi tat, als hätte sie nichts gehört.
Ich sah, wie der Kommissar, solange er sich unbeobachtet fühlte, die Fäuste ballte und eine Art Selbstgespräch führte. Ich erinnerte mich daran, was Lissi zu mir gesagt hatte, als ich noch ein Kind war: Schau, das sind die Schutzmänner. Gescheite Leut sind das, die tun alles genau untersuchen und regeln. Da brauchst keine Angst nit zu haben.
Ich warf mich wieder ins Bett. Mir war klar, dass hier keiner was regeln würde.

*

„Einer hat sie erstochen“, sagte Lissi, als sie mich am nächsten Morgen weckte. „Mit einem Küchenmesser. Hat mir die Meta erzählt, die wusst’s vom Bäcker.“ Sie schüttelte den Kopf. „Dass so was bei uns im Dorf passiert.“
Erst jetzt kehrte bruchstückartig meine Erinnerung zurück. Die Schreie, das Blaulicht. Anna. Ich hätte traurig sein müssen oder schockiert, fühlte mich aber nur leer.
„Vielleicht ein Eifersuchtsdrama“, sagte ich.
„Ach, was du dir wieder alles ausdenkst. Ich hoffe, du schreibst so Zeug nit in deinen Geschichten.“
Sie steckte mir das Fieberthermometer in den Mund. Sechsunddreißig neun, das war okay. Ich schnappte mir die Hanteln, die Wolfi mir zu Weihnachten geschenkt hatte, und schaffte zwei Wiederholungen mehr als sonst. Ich war gesund. Trotzdem machte Lissi keine Anstalten, mich zur Schule zu schicken, sondern sah zur Brücke, als könne sie mit etwas Glück noch ein paar Nachbilder erhaschen.
„Du, Lissi.“ Ich war jetzt so aufgeregt, dass ich mit den Zehen einen Knopf aus der Bettdecke riss, den ich erst mal im Bett verbarg. „Ich weiß, wer der Mörder ist.“
Hätte sie gesessen, wäre sie jetzt aufgesprungen; da sie aber stand, sank sie kraftlos auf den Stuhl.
„Du weißt, wer …? Aber das kann ja nit sein.“
„Ich hab ihn über die Klavierbrücke gehen hören. Ich bin mir hundertprozentig sicher.“
Sie knetete ihre Unterlippe. „Aber … dann musst’s der Polizei sagen, Bub.“
„Das dürfte nicht so einfach sein.“
„Wie meinst das jetzt?“
„Wenn ich dir sag, wem seine Schritte ich da gehört hab, dann wirst’s schon kapieren.“
Sie stand auf und trat an mein Bett. „Willst mich jetzt auf die Folter spannen oder was?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Komm, ich flüstere es dir ins Ohr.“

*

Frage: Wie heißt der Bach, der durch die Ortschaft fließt, in der „Die Klavierbrücke“ spielt?

Eure Lösung sendet ihr bitte bis Sonntag, 26.08.2012, 18:00h ausschließlich per eMail mit dem Betreff „Die Klavierbrücke“ an claudi@junger.eu

Oliver Fehn hat mir netterweise 3 signierte Exemplare von „Die Klavierbrücke“ zur Verfügung gestellt und diese werde ich dann am Sonntagabend, 26.08.2012 unter allen richtigen Einsendungen verlosen und die Gewinner öffentlich bekanntgeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Selbstverständlich könnt ihr auch gerne Kommentare zu der Leseprobe hinterlassen. Der Autor würde sich über ein Feedback sehr freuen.

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Kommentare
  1. Nicole sagt:

    oHHH… da drück ich mal daumen das ich dabei bin 🙂

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  2. Inge F. sagt:

    Ich will auch sofort wissen, we es war. Die Leseprobe macht Lust weiter zu lesen.
    Das lockere Interview hat mir gut gefallen.

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  3. Ich hab das Buch schonmal empfohlen bekommen und es steht schon auf meiner Wunschliste. Die Leseprobe zeigt mir, das ich es schnellstens haben muss 🙂

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  4. Barbara Eyrich sagt:

    Die Leseprobe und der Autorenfragebogen haben mir sehr gut gefallen. Alle Achtung. viele Grüße 🙂

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  5. Sabine sagt:

    Hallo Claudia 🙂
    Eine tolle Aktion und mich hat die LP und Deine Rezension wirklich neugierig gemacht. Wenn man das so liest, hat man die Szenerie gleich vor Augen!

    Liebe Grüße und viel Glück uns allen 🙂

    Bine

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  6. Thorsten Wirth sagt:

    schöner Einstieg in eine spannend schaurige Geschichte. würde ich gern weiterlesen. gut gemacht – auch die Aktion hier!

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  7. Petra sagt:

    Also das Buch würde mich auch sehr reizen, da mache ich doch gerne mit:-) Tolle Aktionen machst du immer!

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  8. Maria C. sagt:

    Ui das hört sich spannend an 🙂 .Hab schon einige Bücher des Autors gelesen und kann sie alle weiterempehlen, alle ganz toll geschrieben.Würde mich riesig über ein signiertes Exemplar der Klavierbrücke freuen , wollte es eigentlich schon längst bestellt haben aber jetzt warte ich natürlich noch ein bischen 😀 .

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  9. Oliver Fehn sagt:

    Danke für Eure lieben Kommentare. Freut mich sehr, dass mein Text so gut bei euch ankommt, und ich drücke natürlich jedem Einzelnen die Daumen, dass er ein Exemplar gewinnt. 🙂

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  10. Andrea sagt:

    Was ein toller Fragebogen!! Wie bei FB heute schon erwähnt, fand ich so einige Antworten sehr amüsant 🙂 Und klar, ich hab auch bei dem Gewinnspiel mitgemacht. LG

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  11. Cappuccino-Mama sagt:

    Mit einem Buffet, auf dem nur Salate stehen kann man Oliver jagen – also ist Oliver ein Fleischesser aus Überzeugung!? Aber da gibt es doch so leckere Salate wie Wurstsalat, Fleischsalat, Nudelsalat mit Wurst drin – na Oliver? Könnte man Dich auch mit so einem Salatbuffet jagen? *grins*

    LG,
    Heidi

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  12. Ingrid Eßer sagt:

    Eine sehr schöne, ungewöhnliche Idee, den Täter anhand seiner Schritt“melodie“ auf einem Holzsteg zu erkennen! Ja, ich denke, dass dies möglich ist.
    LG Ingrid

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  13. Oliver Fehn sagt:

    Nein, *smile*, ich hab im Grunde nichts gegen Salate, aber ich mochte es halt nie, wenn man auf Partys nur die Auswahl zwischen Nudel- und Käsesalat hatte. Ein Steak oder wenigstens ein kleiner Wurstteller ist für mich einfach ein Muss.

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  14. Antje sagt:

    Hallo, super Idee, super Seite, gefällt mir

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  15. Die Gewinner stehen fest, sie wurden bereits per Mail benachrichtigt:

    Sabine K. aus Duisburg
    Uwe W. aus Hannover
    Janika H.

    Allen anderen danke ich sehr herzlich für die Teilnahme. Oliver Fehn und ich würden uns freuen, wenn sich der eine oder andere, der nun nicht gewonnen hat, doch ein Exemplar von „Die Klavierbrücke“ kaufen würde. Es lohnt sich.

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  16. So, nochmals vielen Dank, das Buch ist heute bei mir eingetrudelt! 🙂

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