Gastrezension Thriller von Heike Roebers „Die Frequenz der Angst“ von Sascha André Michael

Veröffentlicht: 14. November 2011 in Gastrezensionen
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Inhalt:

Auf der Suche nach dem unheimlichsten Klang der Welt stößt der vereinsamte Nürnberger Komponist Sandy Martens unvermittelt auf mysteriöse Radiosender, die offenbar von geheimnisvollen Funkstationen bedient werden. Ohne es zu ahnen, verstrickt er sich mit dieser Entdeckung in eine alptraumhafte Verschwörung, in der Wahn und Wirklichkeit nicht mehr zu unterscheiden sind. Gejagt und überwacht von erbarmungslosen Geheimdiensten bleibt ihm und seinem besten Freund nur ein Pakt mit dem Teufel, um zu überleben. Mitten in der beschaulichen fränkischen Metropole entwickelt sich ein packender Thriller, bei dem nichts ist wie es scheint und hinter jeder Antwort eine neue Frage lauert.

Meinung:

Im Wellhöfer Verlag ist mit „Die Frequenz der Angst“ ein hervorragender Thriller von Sascha André Michael erschienen.

Der Nürnberger Sandy Martens ist Komponist für Werbejingles: kreativ, schüchtern, neurotisch. Und Perfektionist. Auf der Suche nach dem absolut gruseligen Sound für eine Radio-Werbung stößt er auf einen mysteriösen Funksender, in dessen Kosmos aus Spionage, Gehirnwäsche und Paranoia er sich zunehmend verstrickt, bis er Realität und Illusion nicht mehr unterscheiden kann. Einzig sein bester Freund, der Kriminalkommissar Schlabbo, bemerkt Sandys plötzliches Verschwinden und beginnt, mit übermächtigen Gegnern um Leben und Geist seines Kumpels zu kämpfen.

Man ist ja inzwischen latent übersättigt von Krimis mit Lokalkolorit. Meine diesbezüglichen Befürchtungen wurden allerdings von diesem Thriller in kürzester Zeit zerstreut. Sandy Martens ist eine liebenswerte und psychologisch fein gezeichnete Hauptfigur, die man mit ihren tausenfachen Befürchtungen und neurotischen Problemen schnell ins Herz schließt. Auch sein Freund Schlabbo, seines Zeichens Macho mit Herz, ist ein überzeugender Charakter, dem man seine Sorge um und für den Freund trotz gelegentlich proletenhaftem Benehmen vollkommen abnimmt. Exzellent beschrieben ist Sandys erst zögernder, dann zunehmend rasanter Abstieg in die Welt von Paranoia und Verschwörungstheorien. Auch der Leser kann bald nicht mehr unterscheiden, was an Sandys Abenteuern real und was wahnhaft ist, was die Spannung kontinuierlich erhöht. Immer aber bleibt die Sympathie auf Seiten des Antihelden und man hofft zutiefst, dass er einen Ausweg aus seinem zunehmenden Horror findet.

Faszinierend fand ich die verständlichen und klare Art, mit der Sascha André Michael die notwendigen technischen Einzelheiten beschreibt. Diese Fakten sind kurz und auch für den kompletten Laien verständlich dargestellt, ohne dass der Erzählfluss ins Stocken geriete oder Langeweile aufkäme. Besonders in den Passagen, die von Nachrichtendiensten, Nahkampf und sicherheitstaktischen Überlegungen handeln, kommt Michaels Ausbildung zum Personenschützer und Sicherheitssachverständigen ihm zugute und trägt zu glaubwürdigen und durchdachten Szenen bei.

Auf über 400 Seiten stagniert die Geschichte nie, es gibt etliche überraschende Wendungen und auch das Ende regt zum Nachdenken an. Mit „Die Frequenz der Angst“ hat der Wellhöfer Verlag wirkliche eine Perle hervorgebracht und Sascha André Michael sollte dringend mehr dieser intelligenten und hochspannenden Thriller schreiben.

Wertung: 11 von 12 Punkten

  • Broschiert: 410 Seiten
  • Verlag: Wellhöfer (30. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3939540773
  • ISBN-13: 978-3939540779
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